Mathias Bamert
Mathias Bamert
21.09.2022

Grundlagen zur Fotografie

In diesem Blog-Beitrag wird erklärt, welche manuellen Einstellungen beim fotografieren beachtet werden sollen. Ziel ist es zu verstehen, wie die drei Hauptfunktionen «Blende», «Verschlusszeit» und «ISO» miteinander harmonieren bzw. funktionieren.

Photography

Kameras

Damit als Fotograf mit manuellen Einstellungen gearbeitet werden kann braucht es eine Kamera, welche diese Einstellungen zulässt. Das sind meistens Systemkamera, welche sich durch die Möglichkeit zum Auswechseln der Objektive auszeichnen. Dazu gehören spiegelreflex (DSLR) sowie spiegellose (DSLM) Kameras. Natürlich gibt es für Smartphones diverse Apps, die alle diese Einstellungen interpolieren («Lightroom» für alle Smartphones, «ProCam8» für das iPhone und «DSLR Camera Professional» für Android).

Systemkameras

Quelle: Soul Traveller

Manuelle Einstellungen

Warum genau muss ich verstehen, was man unter manuellen Einstellungen in der Fotografie versteht? Die heutigen Kameras können ja sowieso alles automatisch.

Das stimmt natürlich. Doch wie es halt so ist wenn man etwas automatisiert, es sieht immer gleich aus. Sobald jedoch die manuellen Grundlagen verinnerlicht sind, wird es spannend. Jetzt kann man beginnen mit der Schärfe, dem Licht und der Zeit zu spielen. Dies macht Spass und liefert am Ende viel schönere Ergebnisse.

Blende

Die Blende ist eine verstellbare Öffnung im Kameraobjektiv. Je offner die Blende, desto mehr Licht auf dem Sensor. Dies wird mit einem kleinen Blendenwert (z.B. f2.8) angegeben. Dementsprechend ist sich zu merken:

  • je kleiner die Blende, also je grösser die Öffnung, desto heller das Bild.
  • je kleiner die Blende, also je grösser die Öffnung, desto unschärfer der Hintergrund.
Verschiedene blenden

Quelle: Wander Dude

Ein Effekt, der jeder kennt, ist die Tiefenschärfe. Je offner die Blende, desto unscharfer der Hintergrund. Dies kann vor allem erreicht werden, wenn man lichtintensive Objekte einsetzt. Also Objektive mit einer tiefen Blendenzahl (z.B. f1.8)

02

Quelle: Christina Key

Verschlusszeit (Shutterspeed)

Bei der Verschlusszeit sage ich der Kamera, wie lange ich Licht auf den Sensor lasse. Darum sagt man ihr auch Belichtungszeit. Je länger ich belichte, desto heller wird das Bild oder anders gesagt, je kleiner die Zahl auf dem Display, desto heller ist das Bild).

Die Verschlusszeit wird immer in Sekunden angegeben (50 = 1/50 Sekunde! ist dementsprechend kleiner als 1000 = 1/1000 Sekunde).

Als Richtwert: 1/60 Sekunde kann, wenn angespannt und abgestützt, noch aus der Hand fotografiert werden. Danach ist ein Stativ unumgänglich.

Die Verschlusszeit bestimmt auch die Bewegungsunschärfe (Motion blur). Bei längerer Belichtung kann eine Bewegung erfasst und unscharf dargestellt werden.

Motionblur

ISO

Mit der ISO wird die Empfindlichkeit des Sensors in Bezug auf Licht eingestellt. Je höher der Wert, desto heller das Bild.

Achtung: Wenn der Wert zu hoch eingestellt wird (ca. ab 1000), kann es zu Bildrauschen kommen. Das bedeutet, das Bild wird körnig. Die neueste Generation von Kameras kann das Rauschen digital sehr gut unterdrücken – es kann aber auch als kreatives Stilmittel eingesetzt werden.

Tutorial featuredcontentpic nivo 1817

Quelle: PSD-Tutorials

Lichtwert (Exposure Value «EV»)

„EV“ steht für „Exposure Value“. Es geht dabei um den internen Belichtungsmesser der Kamera. Dieser misst das vom Motiv reflektierte Licht. So kann ein Bild schnell meistens über ein Drehrad an der Kamera korrekt belichtet werden. Mehr dazu findest du hier.

Exposure value

Brennweite (Focal Length)

Die Brennweite zeigt euch die Distanz vom Hauptelement zum Sensor und wird in Millimetern angegeben. Je tiefer der Wert, desto höher der Winkel bzw. der Raum der euch zur Verfügung steht. Bei einer 24mm Brennweite könnt ihr mehr auf ein Bild packen wie bei einer 135mm Brennweite. Wichtig zu wissen ist, dass sich durch die Brennweite die Bildästhetik verändert. Darum gibt es verschiedene Objektive (Weitwinkel, Normal, Tele). Wenn ihr ein schönes Bokeh (Unschärfe im Hintergrund) erhalten möchtet, so erreicht ihr das am Besten, wenn ihr ein Objektiv mit hoher Brennweite verwendet (z.B. 200mm).

Bildschirmfoto 2021 11 27 um 17 23 18

Lichtsetzung mit entfesseltem Blitz

Damit ein Bild noch stärker in Szene gesetzt werden kann, brauchen wir einen externen Blitz. Man nennt dies entfesseltes blitzen. Damit ist gemeint, dass der Blitz nicht auf der Kamera befestigt ist, sondern unabhängig von der Kamera positioniert wird. Ein Funkauslöser macht dies möglich.

Weissabgleich

Damit wir in Fotos einen Farbstich vermeiden können, müssen wir einen Weissabgleich vornehmen. Dieser wird in den modernen Kameras automatisch super unterstützt. Jedoch gibt es Lichtsituationen in welchen ihr den Weissabgleich manuell tätigen möchtet. Dies vor allem aus Stilgründen für kalte oder warme Empfindung des Lichtes.

Farbstich

Der Farbstich kann durch Verfärbungen im Bild erkannt werden. Im unten stehenden Bild sehen wir links einen klaren Rotstich. Das Bild rechts ist neutral, also richtig bearbeitet worden.

Farbstich 04

Farbtemperatur

Unter der Farbtemperatur versteht man den Farbeindruck einer Lichtquelle. Diese wird quantitativ mittels der Masseinheit Kelvin bestimmt.

  • Warmweiss: < 3300 K
  • Neutralweiss: 3300-5300 K
  • Tageslichtweiss: > 5300 K
Lichtfarbtemperatur

Dateiformat

Das fertige Bild kann in diversen Formaten gespeichert werden. Dazu könnt ihr dieses Tutorial durcharbeiten.

  • RAW - Rohdaten-Format (keine Datenkompression)
  • PSD - Photoshop-Document (Dateiformat von Photoshop)
  • JPG – Verlustbehaftete oder verlustfreie Datenkompression
  • HEIC - flexibles Container-Dateiformat für Bilder und Bildsequenzen
  • PNG – Verlustfreie Datenkompression (inkl. Transparenzfunktion)
  • TIFF – Bilddatei zum Druck von Print-Dokumenten

Quelle: LED-Zwom