Florian Durrer
Florian Durrer
20.01.2026

Studium trifft Unternehmertum: Kommunikation in der Startup-Realität

Was passiert, wenn Studienprojekte nicht simuliert, sondern im eigenen Unternehmen umgesetzt werden? Dieser Beitrag gibt Einblick in meine Erfahrungen als Startup-Gründer in der Event- und Gastronomiebranche und zeigt, wie integrierte Kommunikation unter realen Bedingungen funktioniert.

Upwood startup

Im Februar 2025 habe ich mich gemeinsam mit einem Mitgründer selbstständig gemacht und die Upwood Gastro GmbH gegründet. Der Schritt in die Event- und Gastronomiebranche war ein bewusster Quereinstieg, da mein beruflicher Hintergrund im Marketing liegt. Nach der Gründung folgte im Mai 2025 die Eröffnung des Betriebs. Heute führen wir das Unternehmen zu zweit, beschäftigen einen festen Mitarbeitenden sowie rund sechs Personen im Aushilfsteam. Das Gelernte aus meinem Studiengang Bachelor Business Communications an der HWZ kann ich nun in meinem Arbeitsalltag in die Praxis umsetzen.

Bereits zu Beginn zeigte sich, dass der Aufbau eines Gastro- und Eventbetriebs weit mehr erfordert als ein gutes Angebot. Als junges Startup mit begrenzten Ressourcen standen wir vor der Herausforderung, gleichzeitig Sichtbarkeit zu schaffen, eine Marke aufzubauen und ein überzeugendes Erlebnis zu bieten. Bekanntheit allein reicht in dieser Branche nicht aus, entscheidend ist, dass die Marke glaubwürdig und erlebbar wird.

Studienprojekte als realer Praxistransfer

Diese Ausgangslage machte die praxisnahen Studienprojekte im Bachelorstudium besonders wertvoll. Anstatt mit fiktiven Cases zu arbeiten, konnten reale Fragestellungen aus dem eigenen Unternehmensalltag bearbeitet und reflektiert werden.
Im Modul Digital Tools, Channels & Publishing entstand eine crossmediale Kampagne für die Upwood Gastro GmbH. Instagram fungierte als Leitmedium, ergänzt durch eine Landingpage, ein Kampagnenvideo sowie physische Touchpoints im Betrieb in Form von QR-Codes. Die Massnahmen waren entlang der Customer Journey aufgebaut und aufeinander abgestimmt. Dabei wurde deutlich, welche digitalen Instrumente in der Praxis tatsächlich Reichweite erzeugen und wie wichtig eine konsistente Kommunikation über alle Kanäle hinweg ist.
Ergänzend dazu wurde im Modul Event, Live Communication & Sponsoring ein Eventkonzept für die eigene Eventlocation entwickelt. Der Fokus lag auf Live-Kommunikation als emotionalem Markenkontakt. Während digitale Kanäle Aufmerksamkeit schaffen, ermöglichen Events eine direkte Nähe zur Marke. Gäste erleben Atmosphäre, Angebot und Identität unmittelbar vor Ort. Gleichzeitig entstehen Inhalte, die digital weiterverwendet werden können.

Auftraggeber und Ausführender zugleich

Eine besondere Herausforderung bestand darin, gleichzeitig Auftraggeber und Ausführender zu sein. Die Arbeiten wurden gemeinsam mit Studienkolleginnen und -kollegen erarbeitet, die einen externen Blick auf das Unternehmen einbrachten. Inputs von Dozierenden, Mitstudierenden und Teammitgliedern halfen dabei, bestehende Annahmen zu hinterfragen und das eigene Unternehmen aus neuen Perspektiven kennenzulernen. Dadurch konnte ich auch Bereiche der Firma vertieft betrachten, die im operativen Alltag nicht zu meinem primären Aufgabenfeld gehören.

Warum integrierte Kommunikation entscheidend ist

Aus den Projekten lassen sich bereits konkrete Erkenntnisse in die Praxis übertragen. Einzelne Elemente aus den Kampagnen und Eventkonzepten werden umgesetzt oder dienen als Grundlage für zukünftige Massnahmen. Besonders deutlich wurde, dass integrierte Kommunikation für Startups überlebenswichtig ist. Einzelne Massnahmen entfalten nur begrenzte Wirkung, wenn sie isoliert eingesetzt werden. Erst das Zusammenspiel von digitalen Kanälen, Live-Erlebnissen und konsistenter Markenkommunikation schafft nachhaltige Effekte.
Für mich persönlich als Gründer war dieser Transfer besonders wertvoll. Theoretische Modelle halfen, Entscheidungen strukturierter zu treffen, während die Praxis zeigte, dass Konzepte flexibel angepasst werden müssen. Die Möglichkeit, Erkenntnisse aus verschiedenen Studienmodulen direkt im eigenen Unternehmen anzuwenden, machte das Studium greifbar, praxisnah und nachhaltig lehrreich.