Israa joos
Israa joos
16.01.2026

Kommunikation unter Dauerbetrieb: Was dieses Semester sichtbar gemacht hat

Dieses Semester war geprägt von Parallelität: Einzelarbeiten, Gruppenarbeiten, Präsentationen und zentrale Prüfungen liefen nicht nacheinander, sondern gleichzeitig. 

 

Kommunikation fand dabei nicht nur in den Inhalten statt, sondern vor allem im Prozess. Rückblickend war genau das der eigentliche Lernraum.

 

In mehreren Modulen arbeiteten wir in Gruppen, teils in wechselnden Konstellationen, teils über längere Zeit. Gerade bei grösseren Gruppen zeigte sich schnell, dass gute Ideen allein nicht ausreichen. Termine müssen gefunden, Aufgaben verteilt und Zwischenschritte abgestimmt werden. Je mehr Personen beteiligt sind, desto wichtiger werden klare Absprachen.
 

Was im ersten Moment banal klingt, wurde im Alltag sehr konkret. Wer bereitet was vor? Wer entscheidet? Wann braucht es Feedback und über welchen Kanal kommunizieren wir?

 

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Live Communication und das Gefühl von Verantwortung

Besonders deutlich wurde dieser Zusammenhang im Modul Live Communication, wo ein Event von A bis Z durchgeplant werden musste. Obwohl das Event fiktiv war, fühlte sich die Verantwortung real an. 

Der Anspruch war hoch, weil das Projekt stark an echte Kommunikationssituationen angelehnt war. Entscheidungen hatten Konsequenzen für den gesamten Ablauf, nicht nur für einen einzelnen Arbeitsschritt.

Die Abstimmung innerhalb der Gruppe nahm viel Raum ein. Alles musste aufeinander abgestimmt werden. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie stark Kommunikation von Zusammenarbeit abhängt. Ohne laufenden Austausch funktioniert selbst das beste Konzept nicht.

Ethik nicht als Zusatz, sondern als Teil der Kommunikation

Parallel dazu lief das Modul Ethik. Anders als erwartet liess sich dieses Thema überraschenderweise nicht von den praktischen Projekten trennen. Gerade bei einem Event stellt sich immer auch die Frage nach Verantwortung. Welche Botschaften senden wir? Wie sprechen wir Zielgruppen an? Was wird betont und was weggelassen?

Ethik zeigte sich nicht als theoretisches Konstrukt, sondern als Teil jeder kommunikativen Entscheidung. Auch in der Zusammenarbeit selbst spielte sie eine Rolle, etwa im Umgang mit Zeit, Erwartungen oder Belastung innerhalb der Gruppe.

Reality-Check in einem Semester

Dass mehrere Projekte parallel liefen, machte das Semester anspruchsvoll, aber auch realistisch. Genau so funktioniert Kommunikation im Berufsalltag selten linear. Prioritäten verschieben sich, Abhängigkeiten werden sichtbar und Zeitmanagement wird zur Schlüsselkompetenz. 

Gerade diese Gleichzeitigkeit hat mir mithilfe der Kombination aus Theorie und Praxis gezeigt, dass Kommunikation nicht nur aus Inhalten besteht, sondern aus Struktur, Abstimmung und Verantwortung.
 

Dieses Semester hat weniger neue Begriffe geliefert als neue Einsichten. Vor allem die Erkenntnis, dass Kommunikation dort besonders relevant wird, wo viele Menschen, Aufgaben und Erwartungen zusammenkommen. Praxisnahe Aufträge machen genau das sichtbar und bereiten auf Situationen vor, die im Berufsalltag selbstverständlich sind.