Mirjam Braunschweiler
Mirjam Braunschweiler
26.01.2026

Wenn Pädagogik auf Business trifft

Eine Seklehrerin im BBC-Studium irritiert, ich geb’s zu. Auf den ersten Blick wirkt es tatsächlich nicht naheliegend, dass ich neben meiner Tätigkeit als Klassenlehrerin Business Communications studiere. Auch in meiner Studienklasse bin ich wohl eher die Exotin, was den beruflichen Hintergrund betrifft. Doch gerade darin liegt für mich der besondere Reiz.

Bildung und Business

Ich liebe meinen Beruf. Gleichwohl schätze ich es, punktuell aus meiner «Schul-Bubble» herauszutreten und in andere Themenwelten einzutauchen. Es ist faszinierend, wenn unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Kompetenzen aufeinandertreffen und sich gegenseitig befruchten. 

Besonders deutlich wird dies im Kurs «Event & Live Communication», in dem wir zu sechst einen Event konzipieren. Jede Person bringt ihre individuellen Stärken ein: Da ist jene, die bereits Locations für Firmenanlässe gescoutet hat und genau weiss, was sich in der Zürcher Gastroszene bewegt. Eine andere arbeitet bei einer Sicherheitsfirma und entwickelt mit beeindruckender Selbstverständlichkeit ein fundiertes Sicherheitskonzept. Wieder eine andere behält Budgets souverän im Griff, während eine Kommilitonin beruflich Sponsoren betreut und mit den Anforderungen der Zusammenarbeit bestens vertraut ist. Und nicht zuletzt verleiht die gelernte Grafikerin unseren Inhalten die passende Form und überrascht immer wieder mit frischen, kreativen Ideen.

Welche Stärke bringt nun eine Pädagogin in dieses Gefüge ein? Zum einen die Fähigkeit, schriftliche Arbeiten klar zu strukturieren und damit den Lesefluss zu erleichtern. Zum anderen, und vielleicht noch wichtiger, das präzise Herausarbeiten und Vermitteln der Kernbotschaft. Als Lehrerin bin ich es gewohnt, komplexe Inhalte verständlich und pointiert auf den Punkt zu bringen sowie gedankliche Stolpersteine zu erkennen und aus dem Weg zu räumen. Dies einzubringen, macht Freude. 

Den Mix aus unterschiedlichsten beruflichen Erfahrungen, der an der HWZ zusammenkommt, schätze ich sehr und erweitert meinen Horizont. Einerseits lerne ich viel von Mitstudierenden und Dozierenden, andererseits stärkt der Austausch meine Selbstwirksamkeit als Lehrerin. Zudem profitiere ich für meinen Berufsalltag auch inhaltlich vom Studium. Im Kurs «Nachhaltigkeit, Ethik und CSR» setzte ich mich beispielsweise intensiv mit der Fairness von Nachteilsausgleichen bei Lernenden auseinander. Ein Thema, das mich ohnehin begleitet und zu dem ich nun die Möglichkeit erhielt, mich vertieft damit auseinanderzusetzen. Auch meine Arbeit in Politikwissenschaften steht in engem Zusammenhang mit meiner Profession: Sie befasst sich mit der Abschaffung des Frühfranzösischs und dessen Konsequenzen für den Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz.

Was passiert also, wenn Pädagogik auf Business trifft? Es entsteht eine Verbindung, von der beide Seiten profitieren. Während ich mir mit dem Studium ein zusätzliches berufliches Standbein aufbaue, fliessen neue Perspektiven und Denkweisen direkt in meinen Schulalltag zurück. Dieses Zusammenspiel erlebe ich nicht als irritierenden Bruch, sondern als Stärkung – und als zentralen Mehrwert des BBC-Studiums.