Wenn ein fiktiver Event plötzlich echt wird
Was als Semesterauftrag begann, entwickelte sich zu einem Eventkonzept, das sich überraschend real anfühlte. In der Auseinandersetzung mit Event, Sponsoring und Live Communication wurde aus Theorie ein greifbares Erlebnis und aus einem fiktiven Projekt ein persönlicher Praxistransfer, der weit über den Modulstoff hinausging.
Im Rahmen der Module Kommunikationsmanagement II und Communication Tools and Channels bestand unser Semesterauftrag darin, die theoretischen Inhalte nicht nur zu verstehen, sondern sie konsequent praktisch anzuwenden. Ziel war es, ein individuelles Projekt im Bereich integrierte Kommunikation zu realisieren und dabei aufzuzeigen, wie sich Strategie, operative Umsetzung und Kommunikation miteinander verbinden lassen.
Gemeinsam mit meinem Team entwickelten wir den fiktiven Event „Pulse Collective 2026“, den Launch einer Activewear-Kollektion einer Schweizer Creatorin. Obwohl von Anfang an klar war, dass dieser Event nicht real stattfinden würde, verfolgten wir den Anspruch, ihn so realistisch wie möglich zu konzipieren. Unser Ziel war es, ein Erlebnis zu schaffen, das sich in seiner Dramaturgie, seiner Kommunikation und seiner strategischen Logik wie ein echter Event anfühlt. Genau das ist im Verlauf der Arbeit gelungen.
Von Auftrag zur Vision
Der zentrale Auftrag bestand darin, ein Eventkonzept zu entwickeln, das nicht isoliert funktioniert, sondern als Teil einer integrierten Kommunikationsstrategie verstanden wird und als Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Umsetzung dienen könnte. Der Event sollte nicht nur Aufmerksamkeit generieren, sondern die Markenwerte erlebbar machen und gezielt auf Kommunikations- und Business-Ziele einzahlen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, Events nicht als Einzelmassnahme zu betrachten, sondern als zentralen Touchpoint innerhalb eines ganzheitlichen Kommunikationssystems.
Besonders spannend war für mich die Auseinandersetzung mit der Frage, wie Markenwerte nicht nur vermittelt, sondern tatsächlich spürbar gemacht werden können. Beim Konzept von Pulse Collective geschah dies über eine klare Erlebnisdramaturgie. Bewegung, Ästhetik und Community wurden bewusst miteinander verknüpft. Die Pilates-Flow-Session bildete den emotionalen Kern des Events, während die Fashion Experience das Produkt in realer Bewegung erlebbar machte. Ergänzt wurde das Erlebnis durch Community- und Content-Zonen, die Begegnung, Austausch und digitale Verlängerung ermöglichten. Alle Elemente folgten einer klaren strategischen Logik und zahlten auf dieselbe Markenbotschaft ein.
Im Verlauf der Arbeit wurde für mich besonders deutlich, wie stark Theorie und Praxis ineinandergreifen können, wenn Inhalte konsequent angewendet werden. Konzepte wie Live Communication, Touchpoint-Management oder integrierte Sponsoring-Strategien blieben nicht abstrakt, sondern wurden zu konkreten Entscheidungen im Konzeptionsprozess. Fragen zur Platzierung von Sponsoren, zur emotionalen Führung der Gäste oder zur Erfolgsmessung eines Events mussten realistisch und nachvollziehbar beantwortet werden.
Gerade im Bereich Sponsoring habe ich viel gelernt. Sponsoren wurden nicht als reine Finanzierungsquelle verstanden, sondern als Bestandteil der Event Experience. Ihr Auftritt musste zur Marke passen, funktional sinnvoll sein und für die Teilnehmenden einen echten Mehrwert bieten. Dadurch wurde mir bewusst, wie entscheidend eine glaubwürdige und integrierte Einbindung von Partnern für den Erfolg eines Events ist.
Der Moment, in dem es "echt" wurde
Was mich persönlich am meisten überrascht hat, war die emotionale Wirkung der Arbeit. Obwohl der Event nur auf dem Papier existierte, habe ich mich dabei ertappt, dass ich mich auf ihn gefreut habe. Auf den Ablauf, auf die Atmosphäre und besonders auf die gemeinsamen Community-Erlebnisse. Das Konzept war so präsent und greifbar, dass es sich real angefühlt hat. Für mich ist das ein klares Zeichen dafür, wie wirkungsvoll praxisnahe Aufgaben sein können.
Persönliches Learning
Auch für meinen beruflichen Kontext nehme ich viel aus diesem Projekt mit. Die Arbeit hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Kommunikation nicht in einzelnen Disziplinen zu denken, sondern in Erlebnissen. Menschen erinnern sich nicht primär an Botschaften, sondern an Gefühle und Erfahrungen. Dieses Verständnis wird meine zukünftige Arbeit im Bereich Marketing, Kommunikation und Event nachhaltig prägen.
Rückblickend hat mir dieser Auftrag nicht nur fachliches Wissen vermittelt, sondern auch mein Vertrauen in die eigene Fähigkeit gestärkt, komplexe Projekte strategisch, kreativ und praxisnah umzusetzen. Dass ein fiktiver Event eine so starke emotionale Wirkung entfalten kann, hätte ich zu Beginn des Semesters nicht erwartet. Heute weiss ich, dass ein Konzept dann besonders stark ist, wenn es sich bereits in der Planungsphase echt anfühlt.