Live-Communication ohne Show: Warum unser Konzept trotzdem knallt
UBS RECHARGE EVENT: Wie aus einem Live-Communication-Case ein echter Praxis-Boost wurde
Ich erinnere mich an den Moment, als ich unseren Live-Communication-Auftrag das erste Mal auf dem Computer öffnete: Ein Eventkonzept entwickeln, das nicht einfach "schön aussieht", sondern Menschen wirklich erreicht. Keine Werbe-Phrase, kein Standard-Workshop, sondern ein Format, das bei einem sensiblen Thema funktionierte: mentale Gesundheit im Corporate-Kontext.
Und dann war da dieser Gedanke: Wenn mentale Energie leer ist, bringt dir der beste Vortrag nichts. Genau daraus entstand bei uns die UBS Recharge Experience. Ein Konzept, das nicht belehren will, sondern erlebbar macht.
Worin bestand der Auftrag?
Wir sollten einen Live-Communication-Case so durchdenken, dass er sowohl strategisch als auch operativ steht: Zielgruppe, Dramaturgie, Räumlichkeiten, Ablauf, Touchpoints, Budgetlogik, Risiken, Controlling, Kommunikation vor/während/nach dem Event.
Unser Konzept: Ein interner UBS-Event im UBS-Wolfsberg Conference Center mit 4 Stationen, die Teilnehmende rotierend besuchen, bewusst ohne "ein richtiger Einstieg, dann Schritt 1, Schritt 2...". Weil mentale Gesundheit eben nicht linear funktioniert.
Was war besonders spannend?
Dramaturgie ohne klassischen "Show Höhepunkt"
Wir haben zwar eine klare Gesamtstruktur, aber im Kern passiert etwas Spezielles: eine Dramaturgie-Schleife.
Jede Station ist eine kleine Mini-Reise mit Einstieg, Verdichtung, Erkenntnis-Moment und Entlastung durch Raumwechsel. Dadurch entstehen individuelle Höhepunkte, je nachdem, was bei dir gerade triggert oder hilft.
Parallelität als Konzept, nicht als Kompromiss
Vier Stationen gleichzeitig klingen nach "Logistik-Stress". Bei uns war es das Gegenteil: Parallelität wurde zur inhaltlichen Entscheidung.
Die Stationen:
- Wahrnehmen (Sensibilisierung, Warnsignale, Enttabuisierung)
- Verstehen (Stress, neurobiologisch, Resilienz)
- Anwenden (Übungen: Atem, Körperwahrnehmung, Emotionsmanagement)
- Steuern (Selbstführung, Entscheidungen, Grenzen)
Das Format sagt: Du musst nicht "ready" sein. Du darfst dort einsteigen, wo du gerade stehst.
"Kleine" Details wurden plötzlich riesig
Live-Communications ist brutal ehrlich: Wenn eine Kleinigkeit nicht stimmt, merkt's jede Person. Beispiele, die wir extrem konkret planen mussten:
- Farbcodierte Lanyards für Gruppenführung (Orientierung ohne Chaos)
- Transfers + WC + Snacks als ein System, nicht als Einzelsachen (weil sonst Stau, Unruhe, Zeitverlust)
- Timer & Regie-Logik, damit parallele Räume nicht auseinanderlaufen (sonst kippt die ganze Rotation)
Ich habe selten so deutlich gespürt: Ein Konzept ist nur so gut wie seine Umsetzung im Raum und in der Minute.
Einblicke in Wolfsberg - UBS Center of Education and Dialogue
Wo liegt der Vorteil von praxisnahen Aufträgen?
- Budgetlogik und Sponsoring-Regeln
- No-Show-Realität
- Stakeholder-Denken
- Risiken
Das ist der Unterschied zwischen "Ich weiss, wie es theoretisch geht" und "Ich kann es so bauen, dass es hält."
Konnte ich das neue Wissen im Job bereits umsetzen?
Ja, das konnte ich. Vor allem in drei Punkten:
Denken in Journeys statt in Einzelmassnahmen
Im Job (Kampagnen, Kunden, interne Abstimmungen) hilft mir das Eventdenken: Touchpoints müssen zusammenspielen, sonst verpufft die Wirkung.
Operative Realität früher einplanen
Ob Online-Kampagne oder Event: Sobald du Timing, Zuständigkeiten und "Was kann schiefgehen?" konsequent mitplanst, sinkt der Stress, während die Qualität steigt.
Wirkung messbar machen, bevor man messen muss
Ich plane heute früher: Welche KPIs sind sinnvoll, welches Feedback brauche ich wirklich, wie werte ich es aus, damit es Entscheidungen verbessert (und nicht nur Reporting ist).
Mein persönliches Schlüsselerlebnis
Der grösste Aha-Moment war nicht eine kreative Idee. Es war die Erkenntnis, dass Live-Communication eine Art Stresstest für Kommunikation ist:
Wenn Strategie, Dramaturgie, Raum, Sprache und Timing nicht zusammenpassen, wird es sofort sichtbar. Und genau deshalb ist so ein praxisnaher Auftrag Gold wert: Er zwingt dich, Kommunikation nicht nur zu "denken", sondern zu bauen.