Moreno Pirnstill
Moreno Pirnstill
11.02.2025

Von Print zu Tiktok - Mein Perspektivenwechsel in der Kommunikation

Raus aus der Komfortzone: Von Pharma zu Cybermobbing
In meinem Job bei einer Pharma-Firma dreht sich alles um Zielgruppen über 50. Klassische Medien wie Fachzeitschriften oder Printwerbung stehen dabei im Fokus. Dieses Projekt war eine willkommene Abwechslung: Plötzlich ging es darum, eine 15-jährige Schülerin namens Sophia Breig zu erreichen – digital-affin, ständig auf TikTok und Instagram unterwegs, weit entfernt von traditionellen Medien.

Die Aufgabe? Eine Anti-Cybermobbing-Kampagne für Jugendliche analysieren und die passenden Paid Media-Kanäle auswählen. Es war spannend, meinen Blickwinkel zu wechseln und eine völlig andere Zielgruppe zu verstehen.

 

Der Auftrag: Die Generation Z gezielt ansprechen
Meine Aufgabe bestand darin, herauszufinden, welche Paid Media-Kanäle sich am besten eignen, um eine Anti-Cybermobbing-Kampagne an Jugendliche zu kommunizieren. Der Fokus lag auf Sophia Breig, einer 15-jährigen Schülerin aus Thalwil, die tief in der digitalen Welt verankert ist.

Dafür musste ich analysieren, wie Jugendliche Medien konsumieren und welche Kanäle sie tatsächlich erreichen. Neben Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube spielte auch die Frage eine Rolle, welche Inhalte glaubwürdig und ansprechend genug sind, um Aufmerksamkeit für ein ernstes Thema zu erzeugen.

Besonders spannend war der Kontrast zu meinem beruflichen Alltag: Statt Print und rationalen Argumenten standen schnelle, visuelle und unterhaltsame Inhalte im Fokus. Der grösste Knackpunkt? Die Botschaft so zu gestalten, dass sie Aufmerksamkeit erregt, ohne ihren ernsten Kern zu verlieren.

 

Die Herausforderung: Wie erreicht man Jugendliche wirklich?
Sich in die Denkweise und den Medienkonsum der Generation Z hineinzuversetzen, war die grösste Herausforderung. Während meine beruflichen Zielgruppen geduldig lange Texte lesen, konsumieren Jugendliche Inhalte in Sekunden – schnell, visuell, interaktiv.

Ich lernte schnell: Nicht jeder digitale Kanal funktioniert gleich. TikTok eignet sich perfekt für kreative Challenges und kurze Storytelling-Formate. Instagram punktet mit emotionalen Bildern und Stories, die eine tiefere Verbindung schaffen. YouTube ermöglicht längere Inhalte wie Erfahrungsberichte und Tutorials.

Die wohl überraschendste Erkenntnis? Jugendliche sind extrem kritisch gegenüber Werbung. Wer nicht authentisch ist oder sich zu sehr nach klassischer Werbung anfühlt, wird gnadenlos ignoriert. Der Schlüssel: Influencer, die als Sprachrohr für die Kampagne fungieren und das Thema glaubwürdig in ihre Community tragen.

 

Praxisnähe: Warum solche Projekte Gold wert sind
Dieses Projekt hat mir gezeigt, wie wertvoll es ist, über den Tellerrand hinauszuschauen. In meinem Job kommuniziere ich meist mit älteren Zielgruppen über bewährte Kanäle – jetzt musste ich mich auf die digitale Welt der Jugendlichen einlassen.

Die wichtigste Lektion? Erfolgreiche Kommunikation braucht nicht nur den richtigen Kanal, sondern auch die passende Ansprache. Ein und dieselbe Botschaft kann völlig unterschiedlich aufgenommen werden, je nachdem, wie sie verpackt ist. Diese Erkenntnis lässt sich auch auf viele andere Marketingprojekte übertragen.

 

Mein Fazit: Nur wer die Sprache seiner Zielgruppe spricht, wird gehört
Dieses Projekt war mehr als nur eine Analyse von Medienkanälen – es war ein echter Perspektivenwechsel. Ich habe gelernt, dass digitale Kommunikation nicht nur über den Kanal funktioniert, sondern über die Art und Weise, wie Inhalte erzählt werden.

Ob Cybermobbing-Kampagne für Jugendliche oder Gesundheitskommunikation für ältere Menschen – der Schlüssel bleibt derselbe: Verstehen, was die Zielgruppe bewegt, und ihre Sprache sprechen. Denn nur so kann Kommunikation wirklich Wirkung entfalten.

B Logbild Moreno

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