Lian Bundi
Lian Bundi
03.02.2025

Zwischen Townships und Tafelberg: Ein Auslandsemester in der Mother City

Cape Town ist eine Stadt voller Kontraste. Zwischen lebhaften Townships, modernen Villenvierteln und dem beeindruckenden Tafelberg habe ich nicht nur fast 5 Monate studiert, sondern auch eine neue Sicht auf das Leben gewonnen. Mein Auslandssemester an der University of Cape Town (UCT) war eine einmalige Erfahrung.

Cape Town

Stadt der Kontraste

Cape Town vereint Unterschiede wie kaum eine andere Stadt. Schicke Villen mit Meerblick stehen den Townships in den Cape Flats gegenüber, die von den Herausforderungen der Vergangenheit und Gegenwart erzählen. Mittendrin thront der Tafelberg als Symbol der Stadt. Diese Vielfalt spiegelt sich an der UCT wider. Hier studieren Menschen aus allen Schichten gemeinsam Diese Diversität macht den Schulalltag und die Vorlesungen lebendig. Eines meiner prägendsten Erlebnisse war, die sozialen Unterschiede täglich zu erleben. Die Fahrt zum Campus führte an Townships vorbei, die im krassen Gegensatz zu Vierteln wie Camps Bay standen. Diese Realität ist in ganz Südafrika Alltag und hat mein Verständnis von Privilegien grundlegend verändert.

Unterschiedlichste Hintergründe

In Gruppenprojekten lernte ich die unterschiedlichen Hintergründe meiner Mitstudierenden kennen. Eine Studierende, deren Mutter als Reinigungskraft arbeitet, brachte völlig andere Perspektiven ein als ein Rugby-Spieler von einer Privatschule. In Kursen wie «People Management» diskutierten wir nicht nur theoretisch über Privilegien und Inklusion, sondern erlebten die praktische Bedeutung dieser Themen.

Marketing in einer gespaltenen Gesellschaft

Ein Highlight war unser Marketing-Projekt. Wir erstellten Strategien für Alltagsprodukte in Südafrikas verschiedenen Supermärkten. Während die urbane Zielgruppe über Instagram und WhatsApp erreichbar war, planten wir für Townships lokale Radiowerbung und Community-Events. Die Ergebnisse zeigten, wie entscheidend kulturell angepasstes Marketing ist.

Beruflicher und privater Mehrwert

Während meines Auslandsaufenthalts in Kapstadt habe ich wertvolle Erfahrungen gesammelt. Ich habe gelernt, wie man mit interkulturellen Teams zusammenarbeitet. Dabei habe ich mich auf unterschiedliche Perspektiven eingelassen. Ausserdem habe ich gelernt, wie wichtig es ist, auf jedes Teammitglied Rücksicht zu nehmen, unabhängig von dessen sozialem Hintergrund. Die südafrikanischen Studierenden leben diese Rücksicht vor. Sie zeigen wie man trotz Unterschiedlichkeiten respektvoll zusammenarbeitet und gemeinsam nach vorne blickt.

Kapstadt hat mir gezeigt, dass die besten Ideen oft entstehen, wenn man Gegensätze versteht, schätzt und verbindet. Diese Erkenntnis wird mich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich in Zukunft begleiten.
 

Bild UCT unten