Ria Meyer
Ria Meyer
06.02.2026

Vom Semesterprojekt zum echten Kundenerlebnis: Mein Praxistransfer in der Live Communication

Live Communication klingt im Studium oft nach grossen Konzepten, kreativen Ideen und vielen Modellen. Doch was steckt wirklich dahinter, wenn Theorie auf Praxis trifft? Diese Frage begleitete mich besonders im fünften Semester – als aus einer Semesterarbeit plötzlich eine echte berufliche Erfahrung wurde.

Im Modul Live Communication bestand unsere Aufgabe darin, ein vollständiges Eventkonzept für einen realen Kunden zu entwickeln. Kein fiktives Szenario, sondern ein konkreter Auftrag: Wir sollten für Bächli Bergsport einen Kundenanlass konzipieren, der die Marke emotional erlebbar macht und gleichzeitig neue Zielgruppen anspricht.

So entstand die Idee des „Bächli Urban Basecamp“ – ein interaktives Erlebnisformat in einer Boulderhalle, das Bewegung, Community und Marke miteinander verbindet.

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Ein fiktives Projekt – mit sehr realem Anspruch

 

Auch wenn das Event am Ende „nur“ ein Konzept blieb, war der Anspruch von Anfang an professionell. Wir arbeiteten wie eine kleine Kommunikationsagentur: mit klaren Rollen, festen Deadlines und einem strukturierten Vorgehen.

Unsere Aufgabe umfasste:

  • Zielgruppenanalyse
  • Entwicklung einer Eventidee
  • Definition von Kommunikationszielen
  • Planung von Erlebniszonen
  • Budgetierung
  • Sponsoringkonzept
  • Vor-Ort-Kommunikation

Plötzlich ging es nicht mehr darum, Theorien auswendig zu lernen, sondern Entscheidungen zu treffen, die auch in der Realität funktionieren müssten.

Gerade dieser Praxisbezug machte das Projekt für mich so wertvoll.

 

Von der Idee zum Erlebnisdesign

 

Der Kern unseres Konzepts war die Frage:
Wie kann eine Marke wie Bächli Bergsport mitten in der Stadt erlebbar gemacht werden?

Die Antwort: durch ein urbanes Eventformat, das Gäste aktiv einbindet statt sie nur zu informieren. Das „Urban Basecamp“ sollte kein klassischer Kundenanlass sein, sondern ein Erlebnis mit verschiedenen Stationen:

  • Ausrüstung & Sicherheit
  • Camping & Outdoor
  • Nachhaltigkeit
  • Wissen & Community
  • Bewegungs-Challenges

Durch Gamification-Elemente wie das Sammeln von „Höhenmetern“ wollten wir Interaktion und Motivation schaffen – und gleichzeitig die Werte der Marke transportieren.

Für mich war das der Moment, in dem ich verstand:
Live Communication bedeutet nicht einfach Eventorganisation, sondern strategisches Erlebnisdesign.

 

Der Moment des Praxistransfers

 

Einige Wochen nach Abgabe der Arbeit durfte ich in meinem Job bei der Planung eines realen Kundenanlasses mitwirken. Und plötzlich merkte ich, wie stark mich das Semesterprojekt tatsächlich geprägt hatte. Viele der Aufgaben und Fragestellungen kamen mir erstaunlich vertraut vor. Ohne gross darüber nachzudenken, griff ich auf genau jene Methoden zurück, die wir im Studium angewendet hatten: Ich begann Zielgruppen präzise zu definieren, Kommunikationsziele zu formulieren und Programmpunkte dramaturgisch sinnvoll zu planen. Auch das Denken entlang der Customer Journey und das Festlegen von Erfolgskontrollen waren plötzlich ganz selbstverständlich. Was zuvor noch Theorie gewesen war, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem praktischen Werkzeugkasten, den ich direkt im Berufsalltag einsetzen konnte.

 

Was ich aus dem Projekt wirklich mitgenommen habe

Am meisten gelernt habe ich rückblickend nicht aus den Präsentationsfolien oder den theoretischen Modellen – sondern aus dem gesamten Prozess selbst. Durch das Projekt wurde mir bewusst, wie komplex Eventkommunikation tatsächlich ist und wie viele kleine Details hinter einem gelungenen Anlass stecken. Ich habe erfahren, wie wichtig klare Strukturen, eine gute Organisation und vor allem funktionierende Teamarbeit sind. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Strategie und Kreativität nicht im Widerspruch zueinanderstehen, sondern sich gegenseitig bedingen. Vor allem aber habe ich verstanden, dass ein erfolgreicher Event nie zufällig entsteht. Er ist immer das Ergebnis von sorgfältiger Planung, durchdachter Kommunikation und konsequenter Umsetzung.

 

Mehrwert praxisnaher Module

 

Rückblickend sehe ich genau in dieser Erfahrung den grössten Vorteil meines Studiums: Die Module bleiben nicht bei theoretischen Konzepten stehen, sondern bereiten ganz konkret auf die Arbeitswelt vor. Das Projekt im Bereich Live Communication war für mich wie eine Simulation der Realität – ein geschütztes Testfeld, in dem ich Methoden ausprobieren und Fehler machen durfte. Gleichzeitig bildete es eine wichtige Brücke zwischen Studium und Beruf. Genau deshalb fiel es mir später so leicht, das Gelernte im Job anzuwenden und sicherer an neue Herausforderungen heranzugehen.

 

Fazit: Von der Semesterarbeit zum echten Mehrwert

 

Das Konzept „Bächli Urban Basecamp“ hat mir gezeigt, was Live Communication wirklich bedeutet:
Marken nicht nur zu erklären, sondern erlebbar zu machen.

Noch wichtiger war aber der persönliche Praxistransfer:
Ich konnte das Wissen aus dem Studium direkt in meinen Berufsalltag integrieren – und das gibt mir heute Sicherheit in jedem neuen Projekt.

Für mich war dieses Semesterprojekt deshalb mehr als eine Note:
Es war ein entscheidender Schritt in Richtung berufliche Praxis.