Ulpiana Morina
Ulpiana Morina
15.02.2021

"Bleiben Sie zuhause"

Ich weiss, ich weiss. Wir können es alle nicht mehr hören. Corona da, Corona dort. Es bestimmt unser Leben schon seit fast einem Jahr. Für viele Menschen brachte die Krise einiges an Problemen, Veränderungen, Sorgen aber auch Chancen mit sich - auch für uns Studenten.

Blog Bild Homeoffice

Ich weiss noch, wie ich mich in der Silvesternacht auf das kommende Jahr 2020 gefreut hatte. "2020 wird mein Jahr" dachte ich, während ich mit meinen Freunden und meiner Familie feierte. Niemals hätte ich zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass ich sie wenige Monate später nur noch über Facetime sehen werde. Ja klar, ich hatte im November von einem gefährlichen Virus gehört, der irgendwo in einem Vorort in China sein Unwesen trieb. Aber das der Virus zu uns in die Schweiz kommt? Ich habe nicht mal eine Sekunde daran gedacht. So wurde ich einige Monate später eines Besseren belehrt.

Im Januar war die Welt noch in Ordnung. Alles, worüber wir uns Sorgen machen mussten, war, ob die Tötung eines iranischen Generals durch einen US-Drohnenangriff zum Dritten Weltkrieg führen würde. Das Internet amüsierte sich mit lustigen Memes darüber und nahm das Ganze nicht so ernst, denn es würde ja sowieso nicht soweit kommen. Währenddessen kam es zu verheerenden Waldbränden in Australien, bei dem viele Tiere ihr zuhause verloren. Kurze Zeit später, im Februar, starb Basketball Legende Kobe Bryant, zusammen mit seiner Tochter, bei einem schrecklichen Helikoptersturz.

Eine schlechte Nachricht nach der andern.

Schliesslich begann das Corona Virus auf der ganzen Welt Angst zu verbreiten und im März war Schluss mit der heilen Welt. Das Virus hatte die Schweiz erreicht. "Bleiben Sie zuhause" war die Aufforderung des Bundesrates. Und so begann für uns alle ein neues Leben…

Glücklicherweise war ich kaum von den Beschränkungen wirklich betroffen, das sind alles eher Luxusprobleme. Meine einzige Sorge war der Gesundheitszustand meiner Familie und meiner Freunde. Vor allem zu Beginn, als noch niemand so richtig wusste, wie gefährlich das Corona Virus tatsächlich war.

Studieren in der Corona Zeit war eine grosse Herausforderung für mich. Ich lebe in einer 1-Zimmer Wohnung und es war ungewohnt 24/7 in dieser winzigen Wohnung eingeschlossen zu sein. Die Motivation schwand von Monat zu Monat. Teilweise musste ich mir an einem Tag ganze acht Stunden Vorlesungsvideos anschauen nachdem ich zuvor bereits vier Stunden im Homeoffice gearbeitet hatte. Da fehlt einem die Motivation. Ehrlich gesagt, hatte ich die Lust am Studium verloren. Ich erinnerte ich aber schnell wieder daran, wie viel Mühe, Geduld und Zeit ich bereits in mein Studium investiert habe, und bekam mich wieder in den Griff. Nach einiger Zeit gewöhnte ich mich an diese Situation und hatte auch nicht allzu grosse Hoffnungen, dass der Virus nach dem Sommer wirklich verschwinden würde. So kam es, dass wir leider auch im 5. Semester nicht vor Ort an der HWZ sein konnten. Ich versuchte mich nicht unterkriegen zu lassen und das Beste daraus zu machen.

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Die Gruppenarbeiten via Homeschooling zu lösen, war eine ziemliche Herausforderung. Früher traf ich meine Gruppe in der Bibliothek oder in einem grossen Sitzungsraum beim Arbeitgeber. So konnten wir uns persönlich austauschen und Brainstormen. Dieses Mal aber mussten wir uns über Teams treffen und die Aufgaben so lösen. Die grösste Herausforderung für mich war die Erstellung eines Kommunikationskonzeptes für die Luzerner Kantonalbank, weil es dieses Mal auch ein realer Kunde war. Mit viel Durchhaltevermögen und Disziplin konnte ich, zusammen mit meiner Gruppe "LENU", ein tolles Konzept erstellen. Wir waren unglaublich stolz auf diese Leistung. Nicht nur bei dieser Gruppenarbeit, sondern bei allen anderen Arbeiten auch. Ich bin froh, eine so tolle Gruppe zu haben, und möchte mich an dieser Stelle nochmals herzlich bei Nino, Edina und Laura bedanken.

Auch wenn wir immer noch in dieser Corona Situation leben, hat mich diese Krise auch daran erinnert, wofür ich in meinem Leben dankbar sein kann. Ich kann es dennoch kaum erwarten, wieder vor Ort zu studieren und hoffe, dass dies bald wieder möglich sein wird.

In diesem Sinne, bleibt gesund und geniesst die Semesterferien!